Eindrücke aus Mönchengladbach

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Eine unglaubliche Geschichte, erzählt von Erich Oberem sen..

Einst lebte ein Zwerg auf einem Teil des Herrschaftsgebietes eines Riesen, der als sehr mächtig galt. Der Zwerg war ein Bauer. Er baute auf seinem Land Rüben, Kartoffeln, Getreide und sonstige Früchte an. Das Land war sehr fruchtbar und die Ernten waren gut. So hatte der Zwerg ein schönes Einkommen und lebte ruhig und zufrieden. Der Riese kümmerte sich nicht um den Zwerg. Er ließ ihn leben, wie der wollte.

Eines schönen Tages wollte der Zwerg sich eine neue Erwerbsquelle erschließen. Seine Idee war, eine Gaststätte zu eröffnen. So ging er zu den Dienern des Riesen, die der für solche Angelegenheiten beschäftigte, und sagte: Ich will auf meinem Hof eine Gastwirtschaft eröffnen. Gebt mir die Erlaubnis! Die hatten so etwas noch nie erlebt. Wir müssen zuerst prüfen, ob unser Herr damit einverstanden ist, sagten sie und schickten ihn nach Hause. Dort wartete der Zwerg lange. Eines Tages erhielt er einen Brief. Darin erklärten ihm die Diener des Riesen, dass er keine Gaststätte eröffnen dürfe. Andere Untertanen des Riesen seien damit nicht einverstanden und überhaupt ließe sich ein solches Vorhaben auf seinem Hof nicht realisieren.

Der Zwerg empfand das als Skandal. Das wollen wir doch mal sehen, dachte er und fing einfach an, Räume in den Gebäuden auf seinem Hof so umzubauen, wie das erforderlich war, wenn hier eine große Gastwirtschaft betrieben werden sollte. Dem Riesen entging natürlich nicht, was im Geheimen auf dem Bauernhof vorging. Er sprach mit den obersten seiner Diener: Das ist eine Ungeheuerlichkeit, die sich dieser Zwerg herausnimmt. Gegen meinen Willen eine Gastwirtschaft zu bauen! Das müsst ihr unterbinden, befahl er. Doch es passierte nichts.

So wurde die Gaststätte bald ohne die Genehmigung des Riesen betrieben. Sogar einer der obersten Diener des Riesen war hier oft Gast. Ob es wohl an dieser Beziehung lag, dass nichts gegen den Zwerg unternommen wurde? Der Riese konnte es sich nicht erklären und blieb beleidigt. Andere Untertanen des Riesen, die von Anfang an gegen die Gaststätte gewesen waren, glaubten der Riese sei schuld und ärgerten sich. Der Zwerg aber wurde ein erfolgreicher Wirt.

Eines Tages fuhren Autos auf seinen Hof. Polizisten sprangen heraus und Diener des Riesen, von denen der Zwerg glaubte, dass sie ihn nicht mochten. Einer fragte: He, Mann, zeig, wo die Viecher sind! Der Zwerg wusste gar nicht, wie ihm geschah. Welche Tiere waren gemeint? Und schon liefen die Polizisten unter der Führung der Diener des Riesen dahin, wo der Zwerg einen Streichelzoo für Kinder unterhielt. Es nutzte dem Zwerg nichts, sich ihnen entgegenzustellen. Die ungebetenen Gäste  nahmen dem Zwerg Tiere weg, von denen sie behaupteten, für deren Haltung brauche er eine Genehmigung, die er nicht habe. Da der Zwerg sich dagegen wehrte, nahmen ihn die Polizisten mit.

Dem Zwerg ging es nicht gut im Polizeigewahrsam. Als er aus dem Gewahrsam entlassen werden musste, hatte er ein blaues Auge und eine gebrochene Rippe. Wie er zu diesen Verletzungen kam? Die Polizei erklärte, er habe sich bei einem seiner wütenden Proteste gestoßen. Er selbst behauptete, er sei gezüchtigt worden. Nur beweisen konnte er das nicht. Der Riese aber konnte die ganze Sache nur als Niederlage registrieren. Seine Diener mussten eingestehen, falsch gehandelt zu haben. Der Zwerg hätte die Tiere ohne weitere Genehmigung halten dürfen. Das Ganze war ein Skandal wegen eines Zwergenaufstandes.

Bald suchten zwei der oberen Diener des Riesen den Kontakt zu dem Zwerg. Sie wollten sich Ruhm und Ehre erwerben und meinten, der Zwerg könne dazu die Voraussetzungen schaffen. Sie glaubten nämlich, dass eine große Sporteinrichtung errichtet werden könne, wo der Zwerg seine Landwirtschaft betrieb. Der Zwerg fühlte sich durch den häufigen Besuch der hohen Herrschaften sehr geehrt. Doch merkte er auch, dass man etwas von ihm wollte. So fand er heraus, dass auf seinem Land Wettbewerbe stattfinden sollten, bei denen man eine kleine Plastikkugel mit Schlägern verschiedener Form über das Gelände trieb, bis sie an einer vorher markierten Stelle in ein kleines Loch fiel. Solche Anlagen gab es auf der ganzen Welt, nur noch nicht im Herrschaftsbereich des Riesen.

Der Zwerg erkannte, dass es auch für ihn vorteilhaft sei, wenn auf seinem Land eine solche Sporteinrichtung entstehen würde. Untertanen des Riesen würden dort ihre Freizeit verbringen und dafür bezahlen. Sie würden seine Gaststätte besuchen und auch dort Geld ausgeben. So rechnete sich der Zwerg aus, dass er mit der Sportanlage mehr Geld verdienen könne als mit der Arbeit als Bauer. Deshalb schloss er einen Vertrag mit dem Riesen, den die beiden hohen Diener des Riesen vermittelten.

Nach dem Vertrag sollten Diener des Riesen die Regeln festlegen, nach denen die Sportanlage zu bauen war. Da sie dafür sehr viel Zeit brauchen würden, sollte der Zwerg nach einem Entwurf der Regeln mit dem Bau der Anlage beginnen dürfen. Der Vertrag regelte auch, was passieren sollte, wenn sich herausstellte, dass die Sportanlage fehlerhaft gebaut wurde, weil es falsche Regeln gab. In so einem Fall sollten die Regeln angepasst werden. Und das bedeutete, dass der Zwerg Fehler schon beseitigen konnte, auch wenn die Regeln noch nicht angepasst waren.

Der Zwerg wollte schnell mit den Arbeiten an der Sportanlage beginnen. Er forderte deshalb von den Dienern des Riesen, dass sie sich mit der Arbeit am Entwurf der Regeln beeilen sollten. Das passte denen gar nicht. Doch mussten sie tun, was gefordert wurde. Der Zwerg hatte ja auch die Unterstützung des oberen Dieners, der den anderen Befehle erteilen konnte und das auch tat.

Der Zwerg  fing in seinem Eifer zu früh mit den Arbeiten zur Errichtung der Sportanlage an. Schon hatte er wieder Ärger mit den Dienern des Riesen, die jetzt die Gelegenheit sahen, ihm eins auszuwischen. Sie belegten ihn mit einer saftigen Geldbuße. Der Zwerg bezahlte, machte seinem Ärger Luft, indem er die Diener des Riesen beschimpfte, und arbeitete weiter. So konnte er bald die Sportanlage in Betrieb nehmen. Es gab eine schöne Eröffnungsfeier, bei der auch die oberen Diener des Riesen anwesend waren, die ihn dazu veranlasst hatten, die Anlage zu bauen. Alle freuten sich und der Zwerg machte gute Geschäfte.

Die Anlage muss um ein Hotel ergänzt werden, dachte sich der Zwerg und beantragte bei den Dienern des Riesen, die Regeln für die Sportanlage entsprechend zu ändern. Die taten das auch. Der Zwerg freute sich, übersah aber, dass die Regeln jetzt einen Fehler hatten. Den hätte er bemerken können, wenn er sich nicht so sehr auf seinen Vertrag mit dem Riesen verlassen hätte, der besagte, dass fehlerhafte Regeln anzupassen seien. Er durfte nämlich jetzt Bauten, die für den Betrieb der Sportanlage nötig waren, nicht mehr da bauen, wo er es für richtig hielt. Trotzdem baute er, erhielt nachträglich die Genehmigung und meinte damit sei alles in bester Ordnung. Dabei übersah er, dass er die Genehmigung nur erhalten hatte, weil ein ihm befreundeter Diener des Riesen, der entsprechend mächtig war, gegen den Willen der anderen Diener des Riesen gehandelt hatte.

Das dicke Ende kam, als der ihm befreundete Diener des Riesen aus dessen Diensten ausgeschieden war. Die anderen Diener des Riesen verbündeten sich jetzt gegen den Zwerg. Sie verlangten von ihm, nicht genehmigte Bauten abzureißen. Der Zwerg verwies auf seinen Vertrag und gehorchte nicht. Er hatte jetzt keine Verbündeten mehr. Alle, die er einmal gekannt hatte, waren nicht mehr da. Auch die beiden oberen Diener, die ihn veranlasst hatten, die Sportanlage zu bauen, waren weg. Der Riese selbst tat nichts. Er war nur Zuschauer. Die Bedeutung des Vertrages, der einmal im Namen des Riesen mit dem Zwerg geschlossen worden war, fand keine Beachtung mehr. Die Bitte zu prüfen, welche Wirkung der Vertrag haben würde, blieb unbeachtet. Der Zwerg blieb ungehorsam gegenüber den Dienern des Riesen und der Riese riskierte den nächsten Skandal, indem er einfach nichts tat.

Verantwortlich im Sinne von § 5 TMG

Erich Oberem sen.
Kampsheide 9, 41063 Mönchengladbach

 

Tel: +49 2161 896528
Web: www.fwg-in-mg.de
E-Mail: info@fwg-in-mg.de

Der Kommentar - aus und für Mönchengladbach

Diese Website wird seit der Auflösung der Freien Wählergemeinschaft 2016 vom ehemaligen Vorsitzenden Erich Oberem sen. fortgeführt.

 

Dabei sollen Informationen und Einschätzungen zu kommunalpolitischen Angelegenheiten für Interessierte vermittelt werden.